Die Mittellandroute – Vom östlichsten zum westlichsten Punkt Deutschlands

Vom Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien bis nach Aachen verläuft die Mittellandroute D4 mit ca. 1013 Kilometern auf populären deutschen Radwegen und durchquert die Bundesländer Sachsen, Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die Strecke führt durch die malerische Sächsische Schweiz, den Thüringer Wald bis ins Rheinische Schiefergebirge und bietet ein abwechslungsreiches Raderlebnis. Die Mittellandroute ist mit einem Logo beschildert, das ein Fahrradsymbol mit der Radwegnummerierung 4 darstellt.

Die Mittellandroute hält eine gute Mischung aus beeindruckenden Landstrichen und einer Vielzahl an kulturellen Höhepunkten wie die Städte Dresden, Weimar, Bonn und Aachen bereit. Anschlussradwege zur Freiberger Mulde, dem Elberadweg oder auch dem Spreeradweg ermöglichen die Erkundung vieler interessanter Gebiete, sodass für jeden Radliebhaber immer genau das Richtige dabei ist.

Anschlusstour: Abstecher an der D4-Route von Dresden nach Stolpen

Von der bekannten Barockstadt Dresden aus lässt sich vom Elberadweg aus eine schöne Tour entlang der Mittellandroute nach Stolpen unternehmen. Für diese Tour sollten Sie in etwa 35 Kilometer pro Strecke einplanen.

Auf dem Elberadweg fahren Sie von Dresden aus elbaufwärts in Richtung Pillnitz, wo sich wunderbar ein Stopp für die Besichtigung des Wasserschlosses von August dem Starken einplanen lässt. Auf der Höhe der Stadt Heidenau überqueren Sie die Elbe und Sie treffen nun auf die Mittellandroute.

Diese führt durch verträumte Dörfer über die Stadt Lohmen, die sich schon im Landkreis der Sächsischen Schweiz befindet. Die Landschaft wird nun hügeliger und verändert sich deutlich im Vergleich zum Elbtal. In Richtung Norden führt die Mittellandroute nach Stolpen. Der Ort ist vor allem für seine eindrucksvolle Burg bekannt, die für Jahrzehnte Wohnsitz der Gräfin Constantia von Cosel war, eine Mätresse August des Starken, der sie hierher verbannen ließ.

Heute stehen zwar nur noch Fragmente des Bauwerkes, aber Schautafeln berichten über den einst imposanten Bau. Bemerkenswert sind vor allem die Basaltfelsen, auf denen die Burg errichtet wurde. Von den Anhöhen der Anlage haben Sie einen fantastischen Blick in die Sächsische Schweiz.

Landschaft an der D4-Mittellandroute: Sächsische Schweiz

Sächsische Schweiz – Landschaft an der D4-Mittellandroute

Kurzcharakteristik der Mittellandroute (D4)

Einen großen Teil der D4-Route bilden die Mittelgebirge, die mit ihren unterschiedlichen Höhenprofilen verschiedene Ansprüche an die Radler stellen. Eine gute Kondition sowie ein für die Beschaffenheit der Wege angepasstes Fahrrad sind hierbei gute Voraussetzungen.

Die Mittellandroute ist in Sachsen noch nicht komplett ausgebaut und beschildert. Dennoch kann man auf ruhigen Landstraßen und asphaltierten Radwegen zwischen den verschiedenen Stationen unterwegs sein. Ratsam dafür ist aktuelles und gutes Kartenmaterial.

Aufgrund der Ausrichtung von Ost nach West radelt man nicht so oft an Flüssen entlang wie bei anderen Radfernwegen. Am Weg liegen kleine Dörfer und die Strecke führt über Landstraßen, durch größere Städte oder weitläufige Naturlandschaften. Die Landschaft entlang der Mittellandroute ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Von den sanften Hügeln der Lausitz begibt sich der Weg über das Elbsandsteingebirge, das in seinem Aufbau einzigartig in Deutschland ist.

In Thüringen dominieren die weiten Waldgebiete des Thüringer Waldes, aber auch leicht abfallende Täler mit dem Saale- und dem Ilmtal. Hessen bildet eine Mischung aus Gebirgszügen und Beckenlandschaften sowie Flusstälern, bevor der Übergang zum Rheinischen Schiefergebirge stattfindet. Prägend hierfür ist der namensgebende Tonschiefer, der durch die dunklen Gesteinsplatten eine charakteristische Landschaft bildet.

D4-Mittellandroute im Ilmtal (c) Peter Freitag, pixelio.de

Landschaft an der D4-Mittellandroute im Ilmtal

Verlauf der Mittellandroute (D4) – Von Zittau bis Aachen

Vom Dreiländereck aus startet die Route in Zittau mit dessen eindrucksvollem Gebirge. Entlang der tschechischen Grenze, über die Sächsische Schweiz und an der Elbe geht es in die barocke Stadt Dresden mit ihren zahlreichen Kunstschätzen. Der Weg führt weiter am Tharandter Wald vorbei, der sich hervorragend für Radausflüge eignet, in die Bergwerkstadt Freiberg.

In Thüringen angekommen reihen sich wie an einer Perlenkette charmante Städte wie Jena, Weimar, Erfurt, Gotha und Eisenach auf, deren Besuch sich als Stätten der Klassik und Musik sehr lohnt. Hinter Heringen kann dem Verlauf der Werra durch ein wildromantisches, auenbewachsenes Gebiet gefolgt werden.

Über kleine Dörfer, wenig befahrene Straßen, Waldwege und durch Landwirtschaftsgebiete geht es weiter in Richtung Hessen, wo sich im Lahntal Ausflüge zu den zahlreichen Burgen der Gegend anbieten. Auf den letzten Etappen verändert sich die Umgebung deutlich und der Übergang ins Rheinische Schiefergebirge bietet neue Perspektiven.

In Bonn wird der Rhein überquert und die Stadt lädt mit ihren kulturellen Angeboten zum Verweilen und Entdecken ein. Vorbei am idyllischen Nationalpark Eifel wird das Ziel der D4-Route angestrebt. Die Stadt Aachen am Grenzgebiet zu Belgien und den Niederlanden ist vor allem für ihren imposanten Dom mit seinem markanten goldenen Innenraum aus der Zeit Karls des Großen bekannt.

Nach knapp 1030 Kilometern blickt die Mittellandroute auf die Vielfältigkeit der deutschen Mittelgebirge mit unvergleichlichen Naturgebieten und einzigartigen Städten und Kulturplätzen zurück.

Dom Aachen, D4-Mittallandtoure (c) Stephan Schmied, pixelio.de

Aachener Dom als Zielpunkt der D4-Mittellandroute von Ost nach West