Der Ochsen-Radweg – Auf dem historischen Ochsenweg durchs Binnenland

Der Ochsen-Radweg ist eine alte Fernverbindung in Schleswig-Holstein und war für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Schleswig-Holsteins von großer Bedeutung. Er war einst der zentrale Landweg zwischen Dänemark und Norddeutschland. Auf ihm wurden jährlich bis zu 52.000 Ochsen getrieben. Er diente den Bauern als Treibweg für ihr Vieh, wurde aber auch von Rittern, Soldaten, Kaufleuten, Pilgern und Bettlern als direkter Weg in den Süden genutzt.

Der Ochsenweg ist rund 245 km lang. Es gibt eine Ostroute (246 km) und eine Westroute (243 km). Beide Routen führen abseits stark befahrener Verkehrsstraßen durch Moorgebiete und Marschland, entlang an Flüssen und vorbei an Seen. Attraktive Städte sowie bezaubernde Dörfer entlang der Strecke warten darauf, erkundet zu werden.

Anschlusstour: Abstecher entlang des Ochsen-Radweges nach Schleswig

Von Wedel an der Elbe geht es auf der östlichen Route nach Bad Bramstedt. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Bad Bramstedt zu einem anerkannten Sole- und Moorheilbad. Die hölzerne Roland-Statue auf dem städtischen Markt erinnert noch heute an den historischen Handel. Unter ihm schlossen die Kaufleute ihre Verträge per Handschlag.

Auf seiner Weiterfahrt in Richtung Neumünster passiert der Radler den Naturpark Aukrug. Diese Naturidylle, inmitten von Schleswig-Holstein, bietet zahlreiche Bäche und Auen, die sich malerisch durch natürlich gewachsene Wälder und weitläufige Weidegebiete schlängeln. Südlich von Rendsburg vereinen sich die östliche und westliche Route wieder. Nach Rendsburg führt der Ochsenradweg am 30 km langen Danewerk vorbei, der um 650 errichtet wurde. Er markierte bis ins 13. Jahrhundert die Grenze zu Dänemark. Grünbewachsene Wälle zeugen noch heute von der monumentalen Verteidigungsbastion.

Von hier aus gelangt der Radfahrer nach Schleswig, das inmitten einer idyllischen Hügellandschaft am Ende der Schlei gelegen ist. Mit dem stattlichen Schloss Gottdorf, dem Wikinger-Museum und dem Städtischen Museum gilt die Stadt als ein Zentrum norddeutscher Kultur. Vor 1200 Jahren siedelten sich die Wikinger westlich von Schleswig an und errichteten das größte Handelszentrum des Nordens. Leider sind von dem jedoch nur noch wenige Spuren erhalten geblieben.

Theaterkahn auf der Wedeler Au (C) AugustusTours

Theaterkahn auf der Wedeler Au

Kurzcharakteristik des Ochsen-Radweges

Der Ochsenradweg zeichnet sich in Deutschland und Dänemark durch eine gute Wegqualität aus. Er ist durchgängig mit einem Logo, das die kimbrische Halbinsel (die Landfläche zwischen Nord- und Ostsee) symbolisiert, beschildert.

In Deutschland ist die Strecke überwiegend eben, in Dänemark gibt es Teilabschnitte mit geringen Steigerungen. Aufgrund dieser Eigenschaft ist der Ochsenradweg auch für Anfänger und Familien mit selbstfahrenden Kindern bestens geeignet. Zum größten Teil ist er asphaltiert und verläuft auf verkehrsarmen Nebenstraßen.

Bis Rendsburg führt die Route verstärkt auf Wirtschaftswegen, die mit Betonspurplatten befestigt sind. Im Norden der Strecke führen einige Abschnitte aber auch über Sand-, Wald- oder Feldwege. Diese sind die Originaltrassen des historischen Ochsenweges.

Radfahrer bei Wedel (C) AugustusTours

Radfahrer bei Wedel

Verlauf des Ochsen-Radweges – Auf den Spuren von Wikingern und Ochsentreibern

In Wedel, kurz hinter Hamburg elbabwärts gesehen, beginnt der Ochsenradweg und teilt sich in Uetersen in eine östliche (246 km) und eine westliche (243 km) Route. Kurz vor Rendsburg treffen diese beiden Strecken wieder aufeinander. Auf der östlichen Route geht es durch Moor- und Waldlandschaften nach Nortorf. Die westliche Route führt durch das Seesermüher Marsch über Elmshorn, Itzerhoe am Wald nach Hohenweststedt. Über Schleswig geht es von hier aus weiter nach Flensburg. Im dänischen Jütland führt der Weg unter der Bezeichnung „Hærvejen“ weiter bis nach Viborg. Die gesamte Strecke bis nach Dänemark hat eine Gesamtlänge von 540 km.

Hochbrücke Rendsburg (c) Dieter Kreikemeier, pixelio.de

Hochbrücke Rendsburg

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Theaterkahn auf der Wedeler Au © AugustusTours
Radfahrer bei Wedel © AugustusTours
Hochbrücke Rendsburg © Dieter Kreikemeier, pixelio.de